Luftfracht

Vielfach klimaschädlicher als alle anderen Transportmittel

Informationen über die spezifischen CO2 – und Treibhausgasemissionen sind rar. Die Deutsche Bahn hat in ihrem integrierten Bericht 2022 Werte veröffentlicht.

Quelle: Deutsche Bahn AG

Lufthansa gibt in ihrem Nachhaltigkeitsbericht einen spezifischen Treibstoffverbrauch von 214 g/tkm an; mit 3,16 kg CO2 – Emissionen je kg Kerosin ergibt sich ein praktisch identischer Wert von 668,8 g/tkm.

Beim Vergleich der Luftfracht sind die Nicht-CO2 – Effekte von Emissionen in Reiseflughöhe zu berücksichtigen; dies kann näherungsweise durch Multiplikation mit dem Faktor 3 erfolgen. Der Lufttransport von 1 kg Ware über 10.000 km ist mit Treibhausgasemissionen von 20 kg verbunden.

Es ergibt sich für die Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs ein Faktor von 25 gegenüber dem Straßengüterverkehr und von ca. 125 gegenüber dem Schienenverkehr. Der Klimanutzen bei Verlagerung von Verkehr aus der Luft auf den Land- oder Seeweg ist also sehr groß.

Ein beachtlicher Teil des Frachttransports erfolgt als Beiladung in Passagiermaschinen. Die Lufthansa ordnet hier die Verbräuche schlüssig zu „Im Kombinationsverkehr wird die Zuordnung des Treibstoffverbrauchs zur Ermittlung passagier- oder frachtspezi-fischer Werte anhand ihres Anteils an der Gesamtnutzlast vorgenommen“.

DHL veröffentlicht übrigens keine vergleichbaren Zahlen. Man kann davon ausgehen, dass aufgrund der geringeren Auslastung die spezifischen Treibhausgasemissionen im Expressgutverkehr deutlich höher liegen.

Relevanter Anteil an den gesamten Luftverkehrsemissionen

Ausweislich der amtlichen Luftverkehrsstatistk für 2019 wurden rund 3 Mio. Tonnen Luftfracht im interkontinentalen Verkehr transportiert, auf den der größte Teil der Emissionen entfällt. Das sind 30 Mio. Verkehrseinheiten. Im gleichen Zeitraum gab es 21,8 Mio. einsteigende Passagiere im Interkontinentalverkehr; wenn man abschätzt, dass die Zahl der Aussteiger genauso hoch war, erhält man eine Zahl von 43,6 Mio. interkontinentalen Passagieren. Damit erhält man einen Anteil von gut 40% der Luftfracht am interkontinentalen Verkehr. Der Anteil an den Emissionen ist noch höher, da ein großer Teil auf ferne asiatische Länder entfällt, während im Passagierverkehr ein beachtlicher Teil in nichteuropäische Mittelmeerländer reiste.

Oftmals kein Zeitvorteil

Es kommt nicht darauf an, dass eine Ware schnellstmöglich transportiert wird, sondern dass sie zum vereinbarten Zeitpunkt beim Kunden ist. Über Nacht geht bis ca. 800 km Entfernung auch auf dem Landweg. Bei Nutzung des Lufttransports führt der Transport meist über mehr Umschlagpunkte und daraus folgend längere Transportzeiten. Vielleicht hat Amazon deshalb die Leipziger Luftfrachtaktivitäten eingestellt und Transporte auf den Landweg verlagert, der auch viel kostengünstiger ist.

Im Interkontinentalverkehr entwickelt sich auch die Schiene über die Seidenstrasse zu einer Alternative, die schneller als das Schiff ist. Hier sind übrigens auch bei Luftfracht Transportzeiten von etlichen Tagen Alltag, z.B. durch zeitraubende Zollabfertigung.